Schloß Gieboldehausen

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Lage

Lage des Schloß Gieboldehausen

Gieboldehausen - am Zusammenfluß von Hahle und Ruhme gelegen - scheint eine alte germanische Siedlung zu sein.

Historie

Das Schloß Gieboldehausen

Nach der Zerstörung und Teilung des Thüringer Reiches (531) kam der Ort zu Sachsen. Spätestens in dieser Zeit könnte hier eine befestigte Anlage (auf dem heutigen Kirchengelände?) entstanden sein, die mit Duderstadt im Vorfeld strategischen Zwecken gegen das fränkische Eichsfeld diente.

974 soll Otto II. den Ort dem Reichsstift Quedlinburg geschenkt haben, das damit die gesamte Goldene Mark besaß. Wenige Jahre später (1003) urkundete Heinrich II. in Gebehildhuson für den Erzbischof von Bremen. Also existierte hier bereits eine größere Anlage, die einen Hofstaat aufnehmen konnte. Es müsste eine Turmhügelburg, eine so genannte Motte, als Wasserburg vorhanden gewesen sein. Von Quedlinburg gelangte sie in den Besitz der Welfenherzöge und wurde 1291 in der Fehde Heinrichs (des Wunderlichen) von Braunschweig mit dem Bischof von Hildesheim stark beschädigt.

Zwischen 1334 und 1342 gelangte der Erzbischof Heinrich III. von Mainz durch Pfandschaft und Kauf in den Besitz der Region und bildete daraus das Gericht Gieboldehausen, das er bereits 1346 an einen Ritter von Kerstlingerode, später an die Herren von Bültzingsleben verpfändet. Auf den Trümmern der alten Burg könnten diese das spätmittelalterliche zweigeschossige Steinhaus mit einem quadratischen Turm ebenfalls als Wasserburg errichtet haben.

Sie diente nun als mainzische Grenzfeste gegen die Braunschweiger Gebiete. 1410 erwarben die Herren von Minnigerode diesen adligen Sitz, der 1498 als erbliches Burglehen von Johann von Minningerode, der "Römer" genannt, vom Erzbischof Berthold von Mainz für 399 rheinische Gulden gekauft wurde.

Jener erbaute das Haus auf dem Wall, d.h., die mittelalterliche Wasserburg wurde durch das Aufsetzen zweier mächtiger Fachstockwerke und eines eindrucksvollen Dachstuhls zu einem Schloß umgebaut und diente gleichzeitig von 1501-1530 als kurmainzisches Amtshaus. Obwohl von seinem Landesherren, Kurfürst und Erzbischof Albrecht IV. von Mainz, in den kritischen Jahren des Bauernkrieges zum Oberamtmann ernannt, scheint er doch -wie viele seiner Standesgenossen- zu Luthers Lehre übergetreten zu sein.

Der Eingang zu seiner evangelischen Schloßkapelle existiert heute noch. In dieser Zeit (1519) gelang es ihm, Gieboldehausen zum Marktflecken zu erheben.

Mit der Konsolidierung der Fürstentümer stritten bis 1692 die Braunschweiger um diese Region mit Kurmainz, das 1802 seine eichsfeldischen Besitzungen an Preußen abtrat. Von 1815-1866 zum Königreich Hannover gehörend, kam das Untereichsfeld wieder zu Preußen.

Das Schloß besaß ab dieser Zeit keine öffentliche Funktion mehr, wurde 1986 Eigentum und Besitz des Fleckens Gieboldehausen und dient seitdem musealen, kulturellen und geselligen Zwecken.