Worbis

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Wappen von Worbis

Verwaltung

Worbis gehört heute verwaltungsrechtlich zur Einheitsgemeinde Leinefelde-Worbis. Stadt Worbis

Die Stadt Worbis wird in einer Urkunde aus dem Jahre 1162 zum ersten Mal erwähnt. Der Ortsname läßt jedoch die Deutung zu, daß der Ort mit Sicherheit schon um 900 bestanden hat. Bereits im 13.Jahrhundert besaß Worbis das Marktrecht und durfte zweimal im Jahr Markt abhalten. Durch den Grafen von Beichlingen (thüringisches Grafengeschlecht) erhielt Worbis zwischen 1238 und 1255 das Stadtrecht. Leider ist die Urkunde darüber bei Brandschatzungen durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg (1632) vernichtet worden.

Nach 1373 kam die Stadt ganz in den Besitz des Kurfürsten von Mainz. Das erste bekannte Worbiser Wappen stammt aus dem Jahre 1576. Es ist begründet durch den Wappenbrief des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg. Es zeigt einen zweigeteilten Schild. In der oberen Hälfte ist das silberfarbene Mainzer Rad auf rotem Grund zu sehen. Die untere Hälfte zeigt die roten Beichlinger Zwergbalken auf goldenem Grund. Gekrönt wird der Wappenschild durch einen silberfarbenen Helm mit Helmzier in den Stadtfarben. Eine spätere Ergänzung stellen die beiden grünblättrigen entgegengestellten Weidenzweige dar. Sie symbolisieren die im 18. und 19.Jahrhundert geläufige Ableitung des Wortes Worbis von dem wendischen Wort "wrba" = Weidenbaum.

Heute ist das Wappen nach den im Freistaat Thüringen geltenden Verordnungen vereinfacht. 1802, im Zuge der Neuordnung Europas unter Napoleon, erhielt Preußen im Tausch gegen rheinische Gebiete das Eichsfeld; damit wurde auch Worbis preußisch. Als 1816 der preußische Teil des Eichsfeldes in die Kreise Heiligenstadt und Worbis unterteilt wurde, wurde Worbis Kreisstadt. Bis auf eine kurze Unterbrechung nach dem zweiten Weltkrieg blieb Worbis bis zur Neugliederung des Landes Thüringen im Jahr 1994 Kreisstadt.

Heute gehört die Stadt zum Landkreis Eichsfeld, besitzt aber noch wichtige Verwaltungsbehörden des Landratsamtes. Schon im Mittelalter hatte die Stadt eine sehr günstige Verkehrslage. So verlief die "Nürnberger Frachtstraße" von Mühlhausen über Worbis nach Duderstadt, und eine zweite Straße führte, von Norden kommend, über den Holunger Paß nach Worbis und weiter ins Leinetal. Auch heute verlaufen mit den Bundesstraßen B247 und B80 zwei Hauptverkehrswege durch Worbis. Für den Tourismus wird von Bedeutung sein, daß die Stadt Worbis seit 1997 an der Deutschen Fachwerkstraße liegt. Diese Regionalstraße verbindet Stollberg im Harz mit Schmalkalden im Thüringer Wald und führt durch die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.

Leinefelde-Worbis entstand am 16. März 2004 aus der Zusammenlegung der bis dahin selbständigen Städte Leinefelde und Worbis mit den Gemeinden Breitenbach und Wintzingerode. Leinefelde-Worbis ist sowohl nach Größe als auch nach Einwohnerzahl die größte Gemeinde im Landkreis Eichsfeld und außerdem funktionsteiliges Mittelzentrum für den östlichen Teil des Kreises.

Kultur

Feste der Stadt Worbis

Sagen und Geschichten


Persönlichkeiten der Stadt Worbis

Wirtschaft

Worbis besitzt eine kleine Gemarkung, deshalb entwickelten sich bereits im 19. Jahrhundert Handwerke, Gewerbe und Handel zu den bestimmenden Wirtschaftszweigen des Ortes. Günstig wirkte sich auch aus, daß Worbis für die Nachbarorte als Einkaufszentrum diente. So waren in der Mitte des vorigen Jahrhundert mehr als 40 verschiedene Handwerke durch selbständige Handwerksmeister vertreten. Diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt. So sind im Ort 61 Handwerksbetriebe ansässig. Dabei sind vor allem Bäcker, Tischler, Schlosser (einschließlich Autoschlosser) stark vertreten. Stark rückläufig waren in den letzten Jahren die Handwerksberufe. Es gibt aber noch Schuhmacher, Schneider, einen Goldschmied, einen Uhrmacher und andere Berufe. Größere Betriebe gibt es in der Baubranche und in der holzverarbeitenden Industrie. Kontinuierlich seit dem Mittelalter setzt eine Brauerei die Tradition des guten Worbiser Bieres fort. Eine Frauenwerkstatt hat alte handwerkliche Arbeiten wie Weben, Spinnen und Walken aufgegriffen und vermittelt sie an Interessierte weiter. 1900 wurde das heutige St. Elisabeth-Krankenhaus eingeweiht. In den letzten Jahren wurde es durch moderne Stationen zur Behandlung und Pflege erweitert. Die Kinder und Jugendlichen der Stadt und ihrer Umgebung können in drei Schulen u.a. auch die Geschichte des Eichsfeldes ergründen. Neben dem Gymnasium, indem zur Zeit etwa 1000 Schüler unterrichtet werden, gibt es eine Grundschule und eine Regelschule.

Zeittafel der Stadt Worbis

  • 897 Urkundliche Ersterwähnung des Eichsfeldes bei einem Gütertausch des ostfränkischen Königs Arnulf von Kärnten."...in pago Eichesfelden..."
  • 1162Urkundliche Ersterwähnung des Ortes Worbis in einer Schenkungsurkunde des Erzbischhofes Konrad von Mainz, u.a. Güter in Worbis, "...pars in Wurbeke...", im Herrschaftsgebiet der Grafen von Lare (Lohra)
  • 1255 In einer Verzichtsurkunde, die vor dem Worbiser Bürgergericht ausgestellt wurde, wird Worbis erstmals als Stadt bezeichnet. "...in civitate Worfece in plebiscito..." Die Urkunde trägt das Siegel der Bürgerschaft von Worbis "...et sigillo burgensium de Worfece..."
  • 1289 Landgraf Albrecht von Thüringen kauft von den Grafen von Beichlingen für 300 Mark geprüftes Silber und 10 Mark gewöhnliches Silber "...die Stadt Worbis mit der Hälfte der anliegenden Veste...". "...civitatem Wurbiz cum dimidietate opidi adiacentis..."
  • 1348 Worbis kommt unter die gemeinschaftliche Herrschaft der Landgrafen von Thüringen und der Mainzer Kurfürsten.
  • 1648 Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges hat Worbis nur noch 322 Einwohner, 21 Häuser sind wüst, große Ackerflächen seit Jahren nicht mehr bestellt und die Stadtmauern zum größten Teil zerstört.
  • 1945 Am 8.8. werden die Kreise Worbis und Heiligenstadt zum Kreis Eichsfeld zusammengelegt, Verwaltungssitz ist Heiligenstadt.
  • 1946 Am 29.9. erfolgt die Umbenennung in Kreis Worbis, Sitz Heiligenstadt.
  • 1952 Am 29.8. werden die beiden Kreise wieder selbständig.
  • 1989 Am 9.11. Fall der innerdeutschen Grenzen.
  • 1994 Im Rahmen der kommunalen Neuordnung werden die Kreise Worbis und Heiligenstadt zum Landkreis Eichsfeld zusammengeschlossen. Sitz der Verwaltung wird Heiligenstadt. Worbis verliert seinen Status als Kreisstadt, behält aber einige kreisliche Ämter.
  • 1997 Aufnahme in die Fachwerkhausstraße Worbis- Mühlhausen.

Links

Weblinks